Der Tag beginnt mit einem Frühstück, das leider den am Vorabend gesetzten Maßstäben nicht gerecht wird. Das Angebot hatten wir bei Ankunft selbst zusammengestellt, aus einer ganz ordentlichen Auswahl, aber die Qualität war vom Brötchen bis zum Orangensaft schwach bis unangemessen (O-Saft, Brötchen). Schade, so bleibt das Resort zwar wegen des Restaurants in guter Erinnerung, aber nicht unbedingt zum Übernachten. 

Nach dem Frühstück wandern wir in die Stadt zum Archäologischen Park von Pompei. Auf dem Weg spricht uns eine nette Mitarbeiterin einer Touristinfo an; nach anfänglichem Zögern merken wir, dass sie tatsächlich nur helfen will: Wir bekommen Tipps zum nächstgelegenen Eingang und eine Karte, und sparen uns den Weg zum Haupteingang für Audioguides. Von den „offiziellen“ Touristinfos kann man sich also ruhig ansprechen lassen. 

Der Gang über das Gelände ist dann absolut überwältigend: In den freigelegten Straßen und Gebäude fühlt man sich teilweise wie in einer  unlängst verlassenen Stadt, und trotz der doch zahlreichen Gruppen finden sich viele Ecken, in denen kaum jemand ist und man den Ort auf sich wirken lassen kann. 

Dank Audioguide erfährt man eine ganze Menge über das Leben in Pompei vor dem Vulkansusbruch.

Hinterher schlendern wir zurück zum Hotel, holen unsere Rucksäcke ab und nehmen dann die Tram nach Neapel, die noch mal andere Blicke eröffnet als die Küstenbahn vom Vortag. 

In Neapel angekommen versorgen wir uns mit Käse, Brot, Butter und Wurst, bevor wir die Lage am Hafen und den Weg zum GVU-Terminal erkunden, was sich als durchaus komplexe Aufgabe erweist, denn nach einem ersten Schild taucht die angegebene Mole einfach nirgends mehr auf. Hilfreiche Menschen finden wir aber überall, sodass es uns schließlich gelingt, das Büro zu finden. 

Eine weniger als motivierte Dame am Schalter klärt uns auf, dass vor 16:30 Uhr nichts geht, worauf wir uns ein Plätzchen für ein spontanes Picknick suchen. Gegen 17 Uhr wird uns gnädigerweise das Einchecken ermöglicht, zum Boarding möge man als Fußpassagier aber bitte um 18:30 Uhr wiederkommen … sehr kundenfreundlich … nicht. Man merke: Lieber spät zum Eimchecken, um nicht unnötig Zeit am Hafen zu verplempern, auf die Fähre kommt man ohnehin nicht frühzeitig rauf. 

Die Kabine entpuppt sich als sehr großzügiges 4er-Zimmer für zwei, in dem wir uns gut einrichten können. Ein Gang über das Schiff zeigt viele Parallelen zu den DFDS-Fähren Amsterdam-Newcastle, alles eine Nummer kleiner und einen Hauch „rustikaler“. 

Wir entscheiden uns für ein Essen mit Service in der Brasserie, wo wir leckere Antipasti, Pizza und Caprese genießen; das Peroni Bier schmeckt auch dazu, alles gut. Die Tatsache, dass wir zuerst die Antipasti mit den Getränken und später die Pizza und Caprese bestellt haben, führt bei drei verschiedenen Kellnern zu totaler Konfusion, da die Getränke doppelt, die Antipasti gar nicht auf der Rechnung landen — die Getränkefrage kriegen wir geklärt, die Antipasti, auf deren Fehlen wir mehrfach aufmerksam zu machen versuchen, sind nicht zu vermitteln, sodass wir sie am Ende als Geschenk verbuchen. Möge die Abrechnung des Restaurants an dem Abend irgendwie aufgehen …

Nach dem Essen genießen wir die laue Luft an Deck, machen noch ein paar schöne Fotos von Capri bei Nacht und begeben uns dann in die Waagerechte. Diese erfährt im Laufe der Nacht dank eines recht ruppig gestimmten Mittelmeers so einige Neigungen, aber vom wohlverdienten Schlaf hält uns das nicht lange ab.