Noch bevor es losgeht, wird uns eine Lehre zuteil, nämlich dass es nicht sinnvoll ist, mit der Aktivierung des Interrail-Passes bis kurz vor der Abfahrt zu warten — die App wehrt sich beharrlich mit „Sorry, something went wrong“ bei beiden Pässen, nur an unterschiedlichen Stellen. 

Nach eiligen Recherchen vermuten wir zunächst, dass ein neuer Personalausweis das Problem ist (nein, das war es nicht), dann, dass der Interrail-Server ein Problem hat oder die App aktualisiert werden muss. 

Es klappt schließlich, nachdem auf einem Handy die vorhergehende Reise in der App gelöscht wurde (traurig, ist doch eigentlich ganz nett, die alten Reisen verfolgen zu können), und mit beiden Pässen auf einem Gerät schaffen wir es noch ohne Panikmodus, aber doch höchst eiligen Schrittes rechtzeitig zum Nachtzug nach Zürich. 

Dort erwartet uns die gebuchte Kabine, in der auch die Dusche funktioniert, was, wie wir auf der letzten Reise erfahren mussten, nicht mehr selbstverständlich ist. 

Die Fahrt beginnt, wir schlummern mehr oder weniger sanft und fest … bis plötzlich ein ohrenbetäubender Alarm im Waggon lospfeift … Es ist 4:45 Uhr, wir schrecken hoch und checken die Lage — soweit alles ruhig, aber wir halten erstmal mitten auf der Strecke. 

Durchsagen gibt es zunächst nicht, wir sortieren sicherheitshalber unsere Sachen und ziehen uns „halbwegs“ an. 

Um 5:30 Uhr dann die Ansage, dass der Halt durch einen Rauchalarm an einer Achse verursacht wurde: „Ein Einsatzteam ist unterwegs.“ Na super, wir sehen unseren geplanten Anschluss flöten gehen … Aber wenigstens sitzen wir im warmen Zug und können in Ruhe abwarten. 

Schließlich bedankt sich die Zugchefin bei den beiden wackeren Lokführern, die eine „feste Bremse“ lösen konnten, sodass die Fahrt mit 75 Minuten Verspätung weitergeht. „Nachtruhe“ tritt nicht mehr so recht ein, aber zum Start in den Urlaub ist das irgendwie egal …