Nun geht es auf die tatsächlich letzten Etappen, zunächst nach Bologna. 

Die Stadt wirkt auf den ersten Blick etwas mondän, nimmt uns aber mit ihren zahlreichen, von herrschaftlichen Häusern und eindrucksvollen Kirchen gesäumten Plätzen schon bald ein — und spätestens in den engen Gassen des Marktviertels mit seinem überbordenden Angebot an Spezialitäten der Region kommt Begeisterung auf, hier weiß man zu leben und nimmt gutes Essen ernst. 

Wie erzählt uns Stadtführerin Stefania  später: „Es gibt viele Gesetze in Italien, die als Vorschläge verstanden werden, aber in Sachen Zubereitung bestimmter Gerichte gibt es unumstößliche Regeln wie die, dass Tortellini niemals in Sahnesauce ertränkt werden dürfen.“ Und wer „Spaghetti Bolognese“ serviert, outet sich unweigerlich als ignorant, denn das ist selbstverständlich ein Ragú.

Auch die Liebe zur Pasta führt zu strengen Regularien: So hängt im Gebäude der Handelskammer zu Bolongna eine goldene Tagliatella mit dem exakten Maß von 7 mm in ungekochtem Zustand. Die Stadt steht jedenfalls ab sofort auf der Liste kommender Herbst- und Winterreiseziele, um sie im Detail zu erkunden. 

Für diesmal heißt es jedoch am späten Nachmittag Ciao und auf zum Zug nach Venedig. Dort nutzen wir die Zeit bis zur Abfahrt des Nachtzugs für ein kleines Antipasti-Potpourrie etwas abseits der Trubels im Café dei fiori. Der Zug läuft pünktlich ein, wir beziehen unser Double, können sogar noch im recht großzügigen Gemeinschaftsbad duschen und schlummern dann mehr oder weniger fest der Heimat entgegen.