Das Frühstück zeichnet sich leider eher durch das aus, was fehlt, nämlich Qualität — da hilft auch das Hochzeitssaalambiente in Weiß nicht. 

Beim Bezahlen müssen wir — wie fast schon erwartet —  korrigierend in den Restaurantbeleg eingreifen, den der Kellner am Vorabend nicht zum Abzeichnen vorgelegt hatte. Nun denn, wir verlassen das eigentlich so schöne Ambiente mit einem leicht gestörten Gefühl, und das auch noch bei strömendem Regen. An die Stelle des anvisierten Besuchs im Archäologischen Park tritt deshalb die Recherche der örtlichen Busverbindung zum Bahnhof — an Apps und fehlenden Tafeln an der Bushaltestelle scheitern wir grandios, aber kurz bevor wir uns zu Fuß durch den Nieselregen auf den Weg machen, erscheint plötzlich ein Bus der Linie 1 und nimmt uns gnädig auf. Fazit: Glück muss man haben, Verstand hilft nicht immer weiter. 

Das gilt auch für das Erkennen des Bahnhofsgebäudes, das Heinz sich in all seiner Gerüstschönheit gemerkt hat, denn sonst wären wir glatt darüber hinausgeschossen. 

Am Bahnhof geht es spannend weiter, denn der Ticketschalter ist am Wochenende nicht besetzt, und am Automaten finden wir keine Möglichkeit, eine Strecke nach Messina über Catania auszuwählen — dass dies auch dem äußerst hilfsbereiten Zugchef am Automaten nicht gelingt, ist so beruhigend wie irritierend, und so buchen wir erstmal nur die Verbindung nach Catania. Wer weiß, wofür das gut ist. 

Die Landschaft ist auch heute sehr beeindruckend — hügelig bis bergig, landwirtschaftlich und wild … alles ist dabei. In Catania hält uns spontan nichts, für einen Ausflug zum Ätna sind die Wetteraussichten zu schlecht, und so rollen wir doch noch weiter nach Messina, entlang der teils wildromantischen Küste. 

In Messina haben wir spontan das Royal Palace Hotel gebucht, dessen royale Zeiten doch schon etwas zurückliegen, aber das Zimmer ist riesig, die Mitarbeiter*innen freundlich, mehr verlangen wir ja gar nicht. Dass das WiFi trotz Reset nicht funktioniert, und ein Schiebefenster sich nicht verschließen lässt, was angesichts des Baugerüsts vor dem Haus etwas „ungünstig“ ist, merken wir erst spät am Abend und wird beim Auschecken mit einem Rabatt vergolten. 

Wir spazieren los in die Stadt, die einen rauen Charme ausstrahlt, uns aber nicht unsympathisch ist. Die vorab mit dem Stichwort „bio“ ausgelotete Pizzeria Semola hat keinen Platz für uns (sieht aber sehr nett aus!). So landen wir schließlich zufällig in der kleinen Trattoria Paradisicula, wo wir richtig gut und günstig speisen und trinken, bedient von einer Sizilianerin mit deutschem Ehemann, deren Mutter die Küche schmeißt und echte sizilianische Gerichte serviert — die Antipasti sind super, Farfalle Salmone bzw. Paccheri mit Pilzen und Schwertfisch köstlich, ebenso wie die als Secondo geteilten Involtini di Spada. Ein richtig schöner Abend!

Der anschließende Spaziergang führt uns zum Dom und in das Ausgehviertel, wo sich Scharen von Jugendlichen tummeln und das Leben feiern.