Nach dem Frühstück spazieren wir durch die nahegelegene Parkanlage — für weitere Altstadterkundungen fehlt die Zeit, auch hier lohnt das Wiederkommen wohl schon für die eine oder andere Besichtigung. 

Am Bahnhof geht es noch recht entspannt zu, hier lässt man uns frühzeitig auf den Bahnsteig, und zum wiederholten Mal wird ausschließlich unsere Reservierung kontrolliert, weder unser Interrail-Pass noch unser Personalausweis wird abgefragt. Schon ein bisschen seltsam, denn das bedeutet ja, dass wir unsere Reservierungen irgendjemandem hätten übergeben können. 

Die Landschaft auf der Strecke nach Madrid ist uns schon fast vertraut, aber immer noch faszinierend, mit den teils steilen Hügeln und ausgedehnten Olivenhainen. In Madrid bewegen wir uns wie gehabt durch flughafenartiges Gelände und müssen, da wir auf EG-Ebene ankommen und von Ebene 1 aus abfahren, tatsächlich noch einmal durch den Security-Check. Im Zug haben wir Luxusplätze gegenüber mit Tisch und ohne Nachbarn, sehr komfortabel. Hinter Madrid geht es wieder durch die sehr „aufgeräumte“ und landwirtschaftlich geprägte Region. 

In Barcelona Sants suchen und finden wir direkt den Weg zu den Regionalbahngleisen, denn wir wollen noch weiter bis Girona. Im Regionalzug ist reichlich Platz, der Zug ruckelt so durch die Lande und bringt uns pünktlich ans Ziel. Hier werden wir zur Abwechslung auch mal wieder „richtig“ kontrolliert, der Zugbegleiter lässt sich die Interrail-Tickets sorgfältig zeigen.

Draußen wird es mit jedem Kilometer grüner, die Temperatur bleibt deutlich unter 30 Grad. Vom Bahnhof ist es nicht weit zu unserem „Best Price Hotel“, das seinem Namen erstmal vom Zimmer her gerecht wird. Die Altstadt ist nah, die Straßen sind zum Ende des langen Wochenendes erholsam leer, man hat ein bisschen das Gefühl, an einem „aufatmenden“ Ort zu sein. Oder sind es vielleicht auch wir, die nach den trubeligen Tagen in Toledo, Granada und Córdoba aufatmen?

Nach einem wieder mal preiswerten, leckeren Menü in einer der Altstadtgaststätten wandern wir noch zur Kathedrale und treffen erstmals wieder auf menschenleere Straßen und Gassen — phänomenal! Die Stadt hat jedenfalls ihren ganz eigenen, charmanten Charakter.