Nach ruhiger Nacht wartet ein nicht ganz so auswahlreiches Frühstück auf uns wie im nh Hotel in Rom, aber die Qualität stimmt auch hier. Nur die abgepackte Marmelade ist ein echtes No-Go!

Anschließend deponieren wir unsere Rucksäcke im Hotel und laufen zum Funicolare Zecca-Righi. Die Standseilbahn fährt rauf zum Stadtteil Righi, ist Teil des ÖPNV und zu bestimmten Zeiten kostenlos, so auch heute. Der Weg führt steil bergauf, mitten durch die Häuser und Gärten. Oben gibt es wunderbare Panoramablicke auf die Stadt. Ein Spaziergang zum Torre Specola lässt uns auch ins grünbergige Hinterland schauen. 

Zurück am Funicolare bekommen wir „ausnahmsweise“ einen Tisch für „nur ein Getränk“ im Ristorante Montallegro, das einen phantastischen Blick über die Stadt bietet und offensichtlich von vielen Einheimischen frequentiert wird. Die Pizza wird platzsparend auf Hochtabletts serviert, was praktisch ist, aber je nach Sitzgröße den Blick aufs Gegenüber doch sehr einschränkt. Wir begnügen uns mit Kaffee und Kaltgetränken und fahren dann runter in die Stadt. 

Der Blick auf die Uhr lässt uns zurück zum Hotel schlendern, um unsere Rucksäcke abzuholen. Auf dem Weg zur Metro machen wir noch einen Abstecher in den nächsten Coop und versorgen uns mit Ciabatta, Butter, Tomaten, Käse und einer Salami-/Schinkenauswahl, bevor wir am Terminal Traghetti einchecken.

Der Hafen ist erstaunlich übersichtlich und gut zugänglich, wobei das Fährunternehmen GNV nur den Anleger angibt, und der Terminalzugang für Fußpassagiere auch nicht gut markiert ist — aber mangels Alternativen landet man mehr oder weniger automatisch in der Terminalhalle. 

Dass man zum Check-in einen Stock höher muss, ist wieder geraten, aber zutreffend, am Schalter geht es schnell, am Security-Check auch, vor allem beim Röntgenblick auf das Gepäck. Der entdeckt sofort das kleine Taschenmesser, das aufgrund seiner spezifischen Form „rausgefiltert“ und konfisziert wird. Es wandert in einen Behälter, dessen Schloss als Nachweis herhält, dass der Inhalt entsorgt würde … Die Tagesausbeute ist hoch, jeder zweite Fußreisende verliert hier seinen kleinen Helfer, während scharfe Scheren glatt durchgehen. Supermoderne Scannertechnik macht’s halt möglich. 

Auf dem Schiff beziehen wir die Kabine, machen einen ersten Rundgang und picknicken dann mit dem mitgebrachten Proviant. Die anvisierte Ablegezeit verzögert sich um über eine Stunde, wir schauen vom Skydeck aus zu, wie in immer wieder neuen Konstellationen am Kai beraten und telefoniert wird.

Parallel findet ein LKW-Auflieger-Ballett statt, das Hafenfahrer für uns aufführen, indem sie mit vier Zugmaschinen Anhänger von einem Platz zum anderen transferieren. Faszinierend anzuschauen. Schließlich scheint alles geklärt, die zwischendurch drei Polizeiwagen reduzieren sich auf einen und die Leinen werden losgemacht. 

Da wir im Restaurant nicht reserviert haben, reihen wir uns mit unserem beim Ticketkauf mit erworbenen Verzehrgutschein (Preisvorteil 20 oder 25 %) beim Self-Service-Restaurant in die Schlange ein. Gut, dass wir schon einen Snack genossen haben, die Wartezeit ist erklecklich, das Angebot entspricht nicht so ganz den Hochglanzabbildungen, mit denen geworben wird, und es gibt nur noch Plastikbesteck und -geschirr, nicht so toll. Die Crew ist dabei sehr freundlich und bemüht, das rettet die Stimmung, und schlecht schmeckt es auch nicht, also lassen wir mal die Kirche im Dorf.

Noch ein bisschen frische Luft auf dem Skydeck mit Blick auf die inzwischen französische Küste, und die nötige Bettschwere ist erreicht.