Das Frühstücksangebot ist üppig und verhilft uns zu einem guten Start in den Tag. Nach einer kurzen Rechnersession machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. 

Der Ansturm der Touristen(-Gruppen) hat schon begonnen, und wir reihen uns zwangsläufig ein. Die großen Rucksäcke deponieren wir in einem Tourist Center, bevor wir uns spontan noch einer Führung anschließen.

Unser Guide entpuppt sich als witzig und wissend, eine gute Kombination. Er spannt den großen Bogen von der Gründung der Stadt bis hin zur neueren Geschichte. 

Im Anschluss besuchen wir die beeindruckende Ausstellung zum Gedenken an die Gefallenen im Kampf zur Verteidigung Dubrovniks im Kampf um die Unabhängigkeit in den Neunziger Jahren … so fern einem der Krieg in Europa (!) damals auch erschien, hier kommt er erschreckend nahe. 

Danach bleibt noch Zeit für einen Spaziergang durch die steilen Nebenstraßen, die hoch an die Mauer führen. Die Mauer selbst heben wir uns für einen erneuten Besuch auf, weil man dafür separate Tickets und mehr Zeit bräuchte, als wir haben. 

Als Gedankenstütze sei hier der Tipp unseres Guides erwähnt, sich den 24-Stunden-Dubrovnik-Pass zu holen, mit dem man auch Bus fahren und diverse Museen besuchen kann. 

Dann heißt es schon Rucksäcke abholen und so langsam den Busbahnhof ansteuern, nächstes Ziel Mostar. 

Die anvisierte Kaffeepause an einer im Netz toll aussehenden Konditorei fällt aus, weil die Busse äußerst unregelmäßig fahren — nicht zuletzt aufgrund unzähliger Shuttle-Busse für Reiseunternehmen und vor allem Kreuzfahrtschiffe. 

Immerhin hat Dubrovnik inzwischen die Zahl der Schiffe pro Tag stark begrenzt, nachdem die Stadt vor einigen Jahren vor dem touristischen Kollaps stand. 

So greifen wir unterwegs ein bisschen Verpflegung auf und sind rechtzeitig am Busbahnhof, wo es etwas komplex ist, den Abfahrtsort zu ermitteln. 

Nachdem uns das gelungen ist, fehlt nur noch der Bus, aber der lässt auf sich warten. Infos Fehlanzeige. Mit 45 Minuten Verspätung geht es schließlich los. 

Die Fahrt verläuft zunächst ziemlich spektakulär oberhalb des Meeres, mit immer wieder faszinierenden Ausblicken. 

An der Grenze zu Bosnien Herzegowina bedeutet Busfahrt, dass alle Passagiere aussteigen, aus Kroatien ausreisen und in Bosnien Herzegowina einreisen müssen. Ein Prozedere, das wir seehr lange nicht mehr hatten und auf das man gut verzichten kann. 

Der Bus juckelt mächtig durch die Lande und holt von der Verspätung nichts auf, sodass wir letztlich erst um 20:30 Uhr in Mostar ankommen. 

Vom Busbahnhof sind es ca. 20 Minuten Fußweg zu unserem Hotel, das direkt in der Fußgängerzone hinter der berühmten wiederaufgebauten Alten Brücke (Stari Most) liegt.

Das Bauwerk ist aus der Nähe durchaus imposant, wirkt aber natürlich vor allem auch im historischen Kontext, nicht zuletzt durch die Original-Steine, die nach der Zerstörung aus dem Fluss geborgen und auf einer neuen Unterkonstruktion wieder verlegt wurden. 

Wir checken im Hotel Emen ein, das praktischerweise auch ein Restaurant hat und dessen Küche auch zu dieser recht späten Stunde noch geöffnet ist. 

Nettes Personal, ordentliches Essen, was will man mehr. 

Der erste Eindruck von der Stadt ist freundlich, aber sie wirkt noch etwas „unorganisiert”, als hätte man sich noch nicht entschieden, wohin man mit dem Stadtbild will. 

Mit diesem Gedanken begeben wir uns zur Nachtruhe und sind gespannt, was das Tageslicht zum Vorschein bringt.