Am Morgen machen wir uns im — sehr sauberen — gemeinschaftlich genutzten Wasch- und Duschbereich frisch, packen die Sachen und checken aus. Leider ist es nieselig, sodass uns kein strahlendes Stadtpanorama begrüßt, aber irgendwie schafft die Stadt es, trotzdem etwas Positives auszustrahlen.

In der Altstadt werden wir nicht so recht fündig in Sachen Frühstück, was uns per Geistesblitz auf die Idee kommen lässt, im für die kommende Nacht gebuchten Hotel anzufragen, ob wir dort frühstücken können. Das soll noch gehen, und so wandern wir zum Scandic Grand Central, überzeugt, dort gebucht zu haben. Dort angekommen, ein Stück hinter dem Hauptbahnhof, ist man nicht mehr so zugänglich, schon gar nicht hinsichtlich eines Vorziehens des morgigen Frühstücks, das wir wegen eines sehr frühen Zuges nicht wahrnehmen können, und der Check-in will auch nicht so recht funktionieren … bis die Dame an der Rezeption feststellt, dass wir gar nicht im Scandic Grand Central, sondern im Scandic Continental gebucht haben, das direkt gegenüber vom Bahnhof liegt.

Nun denn, dann halt im Nieselregen zurück zum Continental, mittlerweile doch sehr erpicht, noch ein bisschen frühstücken zu können. Zum Glück treffen wir hier auf extrem freundliche Mitarbeiterinnen, die unser Anliegen verstehen und uns unter dem Vorbehalt des Platzes im Frühstücksbereich mitsamt einer Notiz bzgl. des vorgezogenen Frühstücks hochschicken. Und weil wir uns kurzentschlossen mit einem Upgrade des (versehentlich) gebuchten Zimmers ohne Fenster entledigen, steht uns auch noch sofort ein Room with a View im 11. Stock zur Verfügung — perfekt! 

Das Frühstück erweist sich als Buffet mit allem Drum und Dran, nachhaltig ohne Plastikkrams und in guter Qualität präsentiert, wir schwelgen und sind mit dem frühstückslosen Morgenspaziergang im Regen versöhnt. Wir beziehen das Zimmer, das wirklich einen schönen Blick über die Stadt bietet, und machen uns anschließend auf den Weg zum Vasa-Museum, für das wir uns schon online Tickets besorgt haben. 

Das Museum wurde um das legendäre Wrack aus dem 17. Jahrhundert herum gebaut. Es stellt die tragische Geschichte des Untergangs auf der Jungfernfahrt noch im Hafen von Stockholm sehr eindrucksvoll dar, mit akribisch recherchierten Hintergründen zu den im Wrack gefundenen Artefakten und menschlichen Überresten, aus denen man mit modernsten Methoden sogar Gesichter so lebensecht rekonstruiert hat, dass man als Betrachtende fast zweifelt, wer hier wen mustert. Und das Schiff selbst ist schlicht überwältigend in seiner originalen Präsenz. Film und Führung sind im Eintritt inbegriffen, wir nehmen beides wahr und tauchen ein in die maritime Vergangenheit. 

Im Anschluss nieselt es leider immer noch vor sich hin, sodass wir auch zurück die Tram nehmen, in der man die Tickets bei einer Mitarbeiterin löst, natürlich bargeldlos mit Karte, wie schon am Abend zuvor in der Metro. Heute lassen wir uns dann auch noch erklären, dass das Ticket für 75 Minuten gilt und ein Umstieg in die Metro oder auf die SL-Schiffe automatisch erfasst wird. Und wir denken mal wieder leicht peinlich berührt an die Umstandskrämerei in Deutschland …

Wir steigen am Kungsträdgården aus und laufen durch den Park Richtung Altstadt. Da es munter weiter tröpfelt, entschließen wir uns spontan zu einer Fahrt im Amphibienbus nach dem Motto „wenn schon Wasser von oben, dann doch auch noch von unten“. Der Kapitän ist ein echter, wie uns versichert wird, und er lässt das Fahrzeug sicher von der Straße ins Wasser gleiten, während sein Begleiter uns eine Stunde lang mit Geschichten und Anekdoten über die Stadt und ihre Menschen unterhält. 

Danach — es nieselt fröhlich weiter — machen wir uns so langsam auf die Suche nach einem Lokal fürs Abendessen und landen schließlich im Brauhaus Zum Franziskaner, das urig brauhausmäßig eingerichtet ist, aber zum Glück nicht nur Bratwürstel und Schnitzel bietet, sondern auch schwedische Gerichte. Wir genießen zwei Heringsvariationen als Vorspeise, Entenconfit und Flammkuchen als Hauptspeise, dazu Gamle Stans Porter, und schwedischen Käsekuchen zum Nachtisch. 

So gestärkt spazieren wir zurück zum Hotel und beschließen den Abend zeitig, angesichts der bevorstehenden kurzen Nacht.