Die Nacht verläuft insgesamt wieder ruhig, See und Schiffsmotor lassen uns in Frieden schlafen. Gegen 6:30 Uhr passieren wir die ersten Ausläufer der Färöer, und gegen 7:30 Uhr legen wir in der Hauptstadt Tórshavn an. Wir haben Zeit und lassen erstmal vom Oberdeck den Blick über den Ort und die Küste schweifen — bei leichtem Nebel und Nieselregen —, bevor wir zum Frühstück gehen. Bedient wird man übrigens sowohl abends wie morgens von demselben Team, überwiegend wohl Dänen, die ausgesprochen freundlich sind. Einer von ihnen nutzt jede Gelegenheit, um sein Deutsch zu üben, das er schon fast akzentfrei beherrscht.
Nach dem Frühstück brechen wir auf zu einer kleinen Exkursion in den Ort. Vom Hügel der Festung Skansin aus dem 16. Jahrhundert hat man einen schönen Blick auf Ort und Meer. Die Altstadt ist klein, aber beeindruckend; sie beherbergt heute das Regierungsviertel der zu Dänemark gehörenden autonomen Region, die kein EU-Mitglied ist.
Vor einem Supermarkt (die einzige heute geöffnete institution am Ort) kommen wir mit zwei Radreisenden aus der Schweiz ins Gespräch und erfahren, dass ein Generalstreik gerade die Inseln lahmgelegt hat. Die zwei sind eine Woche über die Färöer geradelt und wollen nun Island erkunden — bewundernswert, zumal das Pärchen nur mit Campingausrüstung unterwegs ist.
Zurück auf dem Schiff legen wir mal wieder eine kleine Bürorunde ein und belohnen uns danach mit … na klar, Kaffee und Kuchen im Panoramacafé. Der Kapitän kündigt an, dass es jetzt etwa eineinhalb Stunden durch die Inselwelt gehen wird. Und die bietet uns dann tatsächlich ein dramatisches Schauspiel aus Licht, Landschaft und Wasser, das nur schwer auf Bildern einzufangen ist.
Nach einer ausgiebigen Siesta wartet ein letztes Buffet auf uns und im Anschluss ein letzter Tee zu Livemusik. Die See ist wieder etwas rauer zur Nacht, schaukelt uns aber müde genug für die Koje.




















