Da ich zu faul war, meine Uhr auf Färöer-Zeit umzustellen, wache ich am Morgen vermeintlich um halb acht auf und beschließe, schon mal etwas Luft zu schnappen und vielleicht einen Tee zu trinken. Das mit der Luft klappt (selbige ist nicht nur frisch, sondern geradezu stürmisch), die Cafés sind aber noch geschlossen, sie öffnen um 7 Uhr Schiffszeit, während meine Uhr sich noch auf dem Festland wähnt. Naja, auch gut, ich lasse mich in einer der zahlreichen Sitzecken nieder und schreibe das hier auf. Das Schiff bewegt sich immer noch entlang der norwegischen Küste gen Nordwesten, wie eine Animation an der Rezeption zeigt. 

Zum Frühstück erwartet uns ein üppiges Buffet, das qualitativ wie alles andere ein bisschen höher angesiedelt ist als unsere bisherigen europäischen Fähren — die frisch gebackenen Pfannkuchen haben es mir besonders angetan, dazu frisches Obst und ein Hauch von Sirup … köstlich. Müsli und „das Übliche“ gibt es natürlich sowieso. 

Im Anschluss wandeln wir erneut übers Schiff, entdecken hie und da Neues und suchen uns dann eine Nische mit Stromanschluss und Tisch und legen eine kleine Büroschicht ein. Bis die daten- und netzwertechnische Logistik dafür hergestellt ist, dauert es allerdings ein wenig, und die ersten Datenpässe, die wir fürs Schiff erworben hatten, sind rasch verbraucht. Mit einer Kombination aus Airdrop und iCloud gelingt es dann aber doch. 

Mit einer kleinen Schwimmsession verschaffen wir uns die Rechtfertigung für einen Nachmittagssnack und steuern nach einer kleinen Siesta das Panoramacafé an. Bei Kaffee und der unvermeidlichen Zimtschnecke lassen wir den Horizont auf uns wirken, an dem die Shetland-Inseln nach und nach auftauchen und mit ihren rauen Felsen immer näher kommen. Beim Abendessen umschiffen wir die Nordspitze und fahren in das europäische Nordmeer ein. Fast schlagartig wird der Seegang etwas ruppiger. Die Fortbewegung an Bord wird etwas mühseliger und sorgt für ein leicht beschwippstes Gefühl. Wir beschließen den Abend erneut bei Livemusik, während das Schiff nun schnurgerade Kurs auf die Färöer Inseln nimmt.