Das Frühstück nehmen wir auf der Terrasse vom Restaurant Alma ein — noch eine Location, die Charme ausstrahlt und für einen zukünftigen Besuch auf die Liste kommt. Qualität und Auswahl stimmen auch, gerne wieder. An der Rezeption erfahren wir noch, dass das Hotel in dieser Form seit einem Jahr besteht, zuvor aber auch schon Hotel war und sich über mehrere Etagen eines Straßenblocks erstreckt. 

Nach mehreren kurzen Stippvisiten schaffen wir es heute endlich mal zu einer Stadtführung durch die Erfurter Altstadt, die wie so oft interessante Einblicke und Informationen bietet … und viele Ansatzpunkte für zukünftige Besuche. Wir machen noch einen kleinen Abstecher in den Dom (sehr schön!) und die Severikirche (etwas überladen), bevor wir für diesmal die Erkundung — und unsere Radtour — beenden. 

Wir holen unsere Sachen und Räder aus dem Hotel, radeln zum Bahnhof und machen uns auf die letzten Etappen nach Hause. Zwischen Erfurt und Halle geraten wir erstmal in einen Schwung Wandertagsrückreisender in der letzten Woche vor den Sommerferien, aber schon ab Weimar habe wir Sitzplätze, passt. 

In Halle haben wir entspannte 50 Minuten Übergangszeit in eine locker gefüllte S8 nach Wittenberg, sodass wir noch einen Snack besorgen können, während es in Wittenberg dank einer kleinen Verspätung heißt, schnell von Gleis 4 zu Gleis 1 zu eilen, wo der RE3 schon bereitsteht. Auch das klappt am Ende gut. Die letzte Etappe der aktuellen Reise verläuft unspektakulär. 

Fazit: Die Kombination aus Deutschlandticket mit Fahrrad hat wie erhofft geklappt: volle Flexibilität für spontane Entscheidungen, wobei wir uns strikt um Vermeidung der Stoßzeiten bemüht haben. 

Günstige Quartiere sind in den touristisch geprägten Orten natürlich nicht ganz einfach zu kriegen, gerade in Jugendherbergen sind Doppelzimmer rar und gerne ausgebucht, aber der Wechsel zwischen Hotel und Jugendherberge hat uns letztlich auch gut gefallen. 

Kultur ist relativ schwer mit „ordentlichen“ Radtouren kombinierbar — das tolle Wetter hat hier für eine Schwerpunktsetzung auf Rad gesorgt, bei regnerischen Bedingungen hätten wir das andersrum gehandhabt. 

Die Fahrradmitnahme hat grundsätzlich gut funktioniert — manchmal mit Hievaktionen vom Bahnsteig, manchmal mit Treppenstufen innerhalb des Waggons, aber auch immer öfter mit barrierefreiem Zugang und großzügigen Fahrradbereichen. 

Dafür, dass wir immer brav alle nötigen (Fahrrad-)Tickets dabei hatten, wurden wir viel zu selten kontrolliert, vielleicht in einem Drittel der Züge. Gerade die Nutzung des Deutschlandtickets wird dadurch gefühlt nicht ausreichend erfasst. 

Highlights: Die Fahrradstrecken in Baden-Württemberg, das Konzert am Kloster Wiblingen, Erfurt inklusive Hotel Alma … letztlich das Gesamtkonzept.