Das Sonntagsfrühstück hat ein wenig mehr zu bieten als am Vortag, mit hart gekochten Eiern und Obstsalat. Und mit Blick in die Landschaft auf der Terrasse schmeckt es gleich noch mal so gut.

Nach dem Auschecken rollen wir rasend schnell zum Hauptbahnhof runter, wo wir reichlich Platz im Regionalzug RE5 Richtung Bodensee finden, obwohl er aus Stuttgart kommt. Man ist ganz offenbar auf Radfahrerandrang vorbereitet. Nach gut einer Stunde sind wir schon in Friedrichshafen und schnuppern sonnig-frische Seeluft.

Wir haben uns entschieden, nach Meersburg zu radeln und machen uns direkt auf den Weg, der zunächst nicht so richtig schön entlang der großen Straße verläuft. Der eine oder andere grandiose Ausblick ist trotzdem dabei, und nach einer kleinen Kaffeepause in Immenstaad geht es tatsächlich mehr oder weniger beständig in Seenähe weiter. Wir nutzen das für ein kurzes Fußbad im sich badewarm anfühlenden Wasser in Ufernähe und radeln dann weiter bis Meersburg.

Die Radwege sind hier durchweg perfekt, mit genügend Breite und glatter Fahrbahn, man merkt an den überdeutlich markierten Radfahrverbotszonen aber auch, dass der große Fahrradtrend gelegentlich zu Problemen führt — verständlich, dass da klare Fußgängerbereiche ausgewiesen werden. 

In Meersburg checken wir im Gästehaus Seehof ein und machen uns nach der obligatorischen Dusche bei hochsommerlichen Temperaturen auf den Weg zur Burg und zu einem kleinen privaten Zeppelin-Museum, das durchaus interessante Original-Exponate der Zeitgeschichte zeigt. Ein Film über die Geschichte des Zeppelins, auch mit Original-Aufnahmen, ist ebenfalls informativ.

So ein See, zumal der Bodensee, verlockt natürlich unbedingt zu einer Bootsfahrt, und so beschließen wir, einen Abstecher nach Konstanz mit der Nahverkehrsfähre der Stadtwerke Konstanz zu machen. Das entpuppt sich als sehr erkenntnisreich, denn die Fähre legt nicht direkt in Konstanz an (wie einige private Bodensee-Rundfahrtschiffe), sondern in Staad — gut zu wissen, denn am nächsten Tag wollen wir eine Zugverbindung ab Konstanz nehmen, da machen 3,5 km statt 300 m schon einen erklecklichen, im Zweifel verhängnisvollen Unterschied. Auf den Fähren gilt das Deutschland-Ticket übrigens nicht, sehr wohl aber natürlich im Bus ab Staad, der uns in die Innenstaft bringt. 

Nach einer kurzen Runde durch die Altstadt zieht es uns unweigerlich wieder zum Wasser, wo wir uns im Restaurant Konzil mit wunderbarem Ausblick niederlassen und zu Abend essen. Ein Glücksgriff mal wieder, denn alles schmeckt vorzüglich. Eine Bus- und Fährfahrt später spazieren wir in Meersburg noch auf die Mole zur „Magischen Säule“ (der sollte man noch mal hinterherrecherchieren) und begeben uns dann zur Nachtruhe.