Das Frühstück fällt in dieser Jugendherberge etwas weniger gut organisiert und auswahlreich aus, auch die Qualität ist nicht ganz so gut, aber wir kommen mit Brötchen und Müsli plus frischer Apfel zurecht. Danach geht es mit der Tram runter zum Münsterplatz für die gebuchte Stadtführung.
Los geht es am und im Münster, das noch immer den Titel „weltweit höchster Kirchturm“ hält und von drinnen wie draußen ausgesprochen eindrucksvoll ist. Die Stadtführerin unterhält uns mit einer Mischung aus Fakten, Anekdoten und Legenden, die die Stadt gut näherbringt. Die Führung endet im Metzger-, Fischer- und Gerberviertel entlang der Blau — heute so idyllisch wie früher stinkend und ekelerregend.
Im Anschluss steht eine kleine Arbeitsrunde an, für die wir zurück zur Jugendherberge fahren. Ein Protokoll und ein paar Mails später geht es zurück in die Innenstadt, zufällig gerade rechtzeitig zum Start der Ulmer Pride-Parade — nicht sehr groß, aber gut gelaunt zieht die bunte Karawane durch die Straßen.
Im Anschluss wandern wir zum Donauufer und spazieren ein Stück auf der Stadtmauer, bevor wir uns auf die Suche nach einer Eisdiele machen. Sollte ja eigentlich ein leichtes Unterfangen sein, aber da uns nicht nur nach einer Kugel auf die Hand, sondern einem Eisbecher gelüstet, braucht es ein paar Ecken, bevor wir die passende Örtlichkeit finden — die überzeugt dann aber mit richtig guter Qualität, alles bestens.
Dann heißt es ein weiteres Mal „rauf auf den Kuhberg“, um uns auf das Konzert von Saltatio Mortis im Klosterhof Wiblingen vorzubereiten. Die Radfahrt dorthin wird etwas komplexer als gedacht, weil aus unerfindlichem Grund das Ziel bei Komoot falsch eingestellt war und wir zunächst mitten im Wohngebiet landen. Hinweisschilder zum Kloster sind auch Mangelware, aber auf etwas verschlungenen Wegen kommen wir am Ende doch noch rechtzeitig an. Auch wenn Komoot für das zunächst falsche Ziel nichts kann: Unterwegs sind wir inzwischen zum wiederholten Mal nicht uneingeschränkt zufrieden, die Ansagen kommen oft spät und sind gelegentlich widersprüchlich, sodass man häufig den Gegencheck am Bildschirm machen muss.
Der Klosterhof ist ein perfekter Ort für Konzerte und die Band passt mit ihrem Rock-Metal-Mittelalter-Charakter hervorragend hierhin. Die Rückfahrt gestalten wir dann auf dem direkten Weg, wobei uns der Kuhberg, den wir auf der Hinfahrt runtergerauscht sind, nicht erspart bleibt.


















