Am Morgen geht es los zu unserer Deutschlandticket-Fahrrad-Kombitour.

Als komplex erweist sich direkt die Recherche zur Fahrradmitnahme, denn prompt läuft unser erster Regionalzug nach Elsterwerda (RE17) parallel als IC-Verbindung und erfordert eine Stellplatzreservierung fürs Fahrrad. Da auf der Strecke niemand komtrolliert, wissen wir nicht, ob die IC-Stellplätze, die wir spontan noch bekommen haben, überhaupt zusammen mit unserem D-Ticket gelten. Ein Fahrradticket für Brandenburg wird natürlich auch noch fällig.

Erst in Elsterwerda kommen wir auf die Idee zu eruieren, wie es in Sachsen mit Fahrrädern im Nahverkehr aussieht, scheitern aber an den Google-Ergebnissen, die nur so vor Verkehrsverbundkürzeln strotzen — erst eine Mitarbeiterin klärt uns auf, dass wir Tickets brauchen, weil wir verbundübergreifend unterwegs sind. Aha … Also noch mal 7 Euro für das Regionalverkehr-Fahrrad-Tagesticket für ganz DE (und ja, das Geld für die Brandenburg-Fahrradtickets hätten wir damit sparen können. Merke: Immer erst rausfinden, ob man in mehr als einem Bundesland mit kostenpflichtiger Fahrradmitnahme unterwegs ist …) Die Fahrt an sich verläuft unspektakulär, wir gleiten bei schönstem Sonnenschein durch die Lande. 

Um noch ein paar Kilometer zu radeln, fahren wir nicht bis Chemnitz durch, sondern steigen in Mittweida aus, was sich als Glücksgriff erweist: Durch den langgestreckten Ort zieht sich ein wunderschöner Radweg. Danach wird es kurz etwas holprig und geht bergauf, aber durch die Felder und mit teils herrlichem Blick in die Ferne. Hinter Gernsdorf erfahren wir dann buchstäblich Idylle pur, denn der Chemnitztal-Radweg verläuft bis nach Chemnitz hinein auf einer alten Bahnstrecke — perfekt ausgebaut, weit jenseits des Verkehrs, durch Wiesen und Auen, schöner geht nicht. 

Chemnitz selbst präsentiert sich dann großzügig im Layout, ziemlich grün und freundlich, trotz der zahlreichen typischen Bauten aus der Vorwendezeit — alles scheint aber recht konsequent durchsaniert zu sein, was auch für unser Hochhaushotel gilt, Zimmer mit Aussicht im 13. Stock inklusive. Wir checken ein und spazieren im Anschluss ins Zentrum, um uns erstmal im Café Cortina mit Kaffee, Kuchen und Radler bzw. köstlicher hausgemachter Limo zu stärken. Das Rathaus ist ein ehrwürdiges altes Gebäude, umgeben von einem Mix aus Neu- und Gründerzeitbauten.

Da die Ausstellungen im Rahmen der Kulturhauptstadt 2025 bereits geschlossen sind, unternehmen wir kurzerhand eine Spontanfahrt mit der Tram, die uns in den Stadtteil Hutholz bringt. Von dort spazieren wir durch den sehr schönen Stadtpark, der einen riesigen Grünzug bildet, zurück Richtung Innenstadt. Zum Abendessen kehren wir im Turm-Brauhaus ein, zu schmackhaftem Bier und akzeptablem Brauhausessen. Den ersten Tag verbuchen wir damit schon mal als gelungen.